Zertifikate für Humusregeneration: ein neuer Betriebszweig

Humuszertifikate sind ein nicht mehr ganz so neues Konzept, das sich auf die Belohnung von Landwirten für die Verbesserung der Bodenqualität und die Einlagerung von Kohlenstoff im Boden konzentriert.  Die ausgestellten Zertifikate können sich lohnen und nebenbei auch das Betriebsergebnis verbessern, denn Humusanteil hat einen direkten Einfluss Ertrag.

Humuszertifikate wurden erstmals im Jahr 2016 in Deutschland eingeführt und haben sich seitdem auch in anderen Ländern wie den USA und Großbritannien verbreitet. Die Idee dahinter ist, dass Landwirte, die sich besonders um die Verbesserung des Humusgehalts in ihren Böden bemühen, Zertifikate erhalten, die sie dann auf dem Markt verkaufen können. Unternehmen wie Agreena übernehmen auch den Handel im Auftrag des Landwirts.

Diese Zertifikate werden von spezialisierten Organisationen oder Zertifizierungsstellen ausgestellt, die den Boden auf verschiedene Kriterien wie dem Humusgehalt, der Bodenstruktur, der biologischen Aktivität und anderen Faktoren überprüfen. Wenn ein Landwirt nach der Ernte nachweißlich die Standards erfüllt hat, erhält er eine bestimmte Anzahl von Zertifikaten, die er verkaufen oder als Nachweis für seine Arbeit verwenden kann.

Die Idee hinter den Humuszertifikaten ist, dass sie den Landwirten Anreize bieten, um sich um die Gesundheit und Fruchtbarkeit ihrer Böden zu kümmern. Indem sie z.B durch den Verzicht auf tiefe Bodenbearbeitung den Humusgehalt erhöhen und die Bodenqualität verbessern, können sie nicht nur höhere Erträge erzielen, sondern auch zur Reduzierung von Treibhausgasemissionen und zum Schutz der Umwelt beitragen. Unternehmen, Regierungen und Lieferketten richten ihr Augenmerk zunehmend auf den Kohlenstoffabbau in der Landwirtschaft, um die globalen Netto-Null-Ziele zu erreichen. Durch die Umstellung auf regenerative Bewirtschaftungsmethoden spielen Landwirte eine immer wichtigere Rolle bei der Bekämpfung des Klimawandels, der Sicherung der Nahrungsmittelversorgung und Bewältigung anderer Umweltherausforderungen. Zertifikate können die Umstellung auf regenerative Landwirtschaft finanzieren, in dem sie den rasant wachsenden Kohlenstoffmarkt nutzen. 

Humus- und CO2-Zertifikate können auch für Verbraucher von Interesse sein, die sich für nachhaltige Landwirtschaft und den Schutz der Umwelt interessieren. Durch den Kauf von Humuszertifikaten können sie Landwirte unterstützen, die sich für eine umweltfreundlichere Landwirtschaft einsetzen, und so dazu beitragen, dass mehr Landwirte sich für diesen Ansatz entscheiden. Der größte Markt besteht jedoch im Zertifikatehandel mit branchennahen Unternehmen aus den Bereichen Müllerei, Getränke und Lebensmittel, Bioeneregie sowie der Zulieferindustrie in den Segementen Düngemittel, Saatgut und Agrartechnik.

Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass es noch einige Herausforderungen gibt, die mit der Einführung von Zertifikaten einhergehen. Eine der größten Herausforderungen ist die Entwicklung von Standards und Überprüfungsmethoden, die es den Zertifizierungsstellen ermöglichen, die Bodenqualität zuverlässig zu messen und zu bewerten. Die schlagkräftigste und Methode ist die Überwachung der Fruchtfolge und der Feldarbeiten durch Satelliten-MRV. Dieses Verfahren ist skalierbar und für die Breite der landwirtschaftlichen Betriebe anwendbar. Sie holt die Thematik aus Ihre Nischendasein.